CHILE - DIE GEFANGENEN MONICA EL VIEJO LOCO UND FELIPE NEUNE JAHRE NACH DEM TOD VON BARRY HORNE

Veröffentlicht auf von Anarchistische Aktion Zentralschweiz

 

Diese Texte wurden von den drei GenossInnen und politischen Gefangenen im „caso bombas“ zur Initiative vom 5. Nov. in Valparaiso in Gedenken des 9. Todesjahres des Genossen Barry Horne geschrieben.

Es wurde ein Video zu Ehren von Barry Horne gezeigt, 2006 gemacht von Fuego Cruzado(Kreuzfeuer). Darauf folgte eine Debatte über Tierbefreiung mit einem guten Bohnengericht mit pebre (chilenische Sauce), einer Ausstellung und Verteilung von libertären Schriften.

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Monica Caballero, anarchistische politische Gefangene

Ich erriner mich an das erste Mal, als ich den Namen Barrygelesen hab... es war in einer Wandzeitung des Centro Social Okupado y Biblioteca Sacco y Vanzetti, als ich dorthin zu einer Gedenkfeier zu seinem 5. Todesjahr eingeladne wurde, und erfur dann, dass viele Gruppen und Individuen in aller Welt jeden 5. Nov. Barry grüssen.

Aber... warum eines weiteren Jahres nach seinem Tode gedenken? Die Frage sollten sich alle stellen. Meiner Meinung nach besteht die Bedeutung immer wieder diese Genossen zu gedenken nicht nur im Tage des Hinscheidens seines Körpers, sondern vor allem in dem, was sein Leben war: Barry muss als das erinnert werden, was er war... ein Krieger, ein Saboteur, ein Brandstifter, ein Unzähmbarer.

Viele mögen denken Tierbefreiung sei ein herziges Logo für ein T-Shirt, Bestandteil einer jugendlicher Ethik. Barry, anders als der grösste Teil der 50 jährigen Männer, nahm radikale Positionen ein unter maximalen Ausnützung seiner Erfahrung, die er immer intensiver auslebte. Was für einige eine Etappe des Lebens sein kann, ist für andere Anstoss sich einzusetzen und alle Folgen zu tragen. Barry tat es mit seinem Tod nach verschiedenen Hungerstreiks. Wenn wir ihn fragen würden ob sie etwas genützt haben, würde er ja sagen.

Wir können nicht sicher wissen an wievielen Aktionen er teilgenommen hat, weil er viele davon alleine gemacht hat, die individuelle Aktion war wohl seine bevorzugte, ohne dass ihn das behinderte sich mit seinen Affinen zu organisieren.

Tierbefreiung kann nicht vom Kampf gegen alle anderen Herschaftsformen und Ausübungen von Autorität getrennt werden. Freiheit kann nicht weggesperrt werden, jeder Angriff aufs Kapital, sei es gegen eine Bank oder ein Rodeo zielt auf dieselbe Art von Feind. Wir können die anderen Tiere nicht als niederige Wesen oder mit Barmherzigkeit betrachten, was in der Warengesellschaft und der christlichen Gesellschaft üblich ist, sondern als Gleichgestellte unter Annahme der Empathie als grundlegender Wert.

Wie Keith Mann so gut am Begräbnis von Barry sagte „Tierbefreiung war nichts ohne direkte Aktion und der Rolle, die alle darin haben müssen.“ Während ihr das liest sterben oder werden Tiere in den unvorstellbarsten Formen gefolter.

Jede Art von Angriff gilt, ein Flugblatt oder was eure Phantasie au immer einbigt. Von hier aus kann ich euch nur sagen, nützt es aus und geht zur Aktion über solange ihr könnt.

Unsere Ideen sind gefährlich wenn sie zur Aktion übergehen, sonst sind's nur tote Worte.

Eine starke aufständische Umarmung aus einem der vielen Käfige.

In Erinnerung an Mauticio Morales und Barry Horne, und hoch sollen jene Leben, die kämpfen,

Für das Ende der Herrschaft...Abtrünnigkeit und Revolte.

Monica Caballero, anarchistische politische Gefangene aus dem Centro Penitenciario Feminino, Santiago del Chile

 

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Viejo Loco, anarchistischer politischer Gefangener

Seit einigen Jahren wird in Chile dieses Kriegers für die Freiheit gedacht, die Erinnerung wird im November aktiviert um nie zu vergessen, dass er hinter Gittern im Kampf gestorben ist um der Vivisektion eine Ende zu bereiten.

Barryist integrierter Bestandteil jener endlosen Ereignisabfolge, die wir unter uns sozialen Krieg nennen. Barry ist wie viele unter uns ein kleiner Satz in einem grossen Buch, das wir RebellInnen seit dem es Herrschaft gibt schreiben. Barry ist ansteckende Propaganda, weil die beste Propaganda so zu leben ist, wie du zu sein sagst.

Barry ist direkte Aktion, weil er in erster Person die Ausbeutung und Kommerzialisierung des Lebens angegriffen hat.

Barry ist libertäre Inspirierung, für sein permanent revolutionäres Verhalten und nicht für eine weit verbreitete falsche und ausgesuchte Beredsamkeit.

Barry führte seine Existenz mit seinen Ideen... ich könnte noch lange vortfahren, wie ich auch Barrys Name mit dem von Punk Mauri, Marco Camenisch, Alfredo Bonanno, Gabriel Pombo da Silva, Severino di Giovanni, Leon Czolgosz, Abraham Lopez, Nikos Maziotis, Fanya Kaplan... erestzen könnte.

Jeder Rebell hat seinen Platz im schwarzen Herzen der Krieger, jeder Rebell ist Teil des brandschatzenden Funkens der Unzähmbaren, jeder Rebell flüstert uns ins Ohr, dass der Kampf weitergeht, immer und wenn wir fortfahren uns an sie zu erinnern, als bewusste und entschlossene Genossen und nicht als idealisierte und unerreichbare Revolutionäre.

Anarchistische Grüsse

Viejo Loco, anarchistischer politischer Gefangener

 

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Felipe Guerra, antiautoritärer politischer Gefangener

Könnte ich davon reden wie hart und schwierig ein Hungerstreik ist oder von der notwendigen Kraft durch Überzeugung? Aber bis jetzt dauerte mein Streik, zum Glück, nur eine Woche, wegen einer Versetzung.

Könnte ich davon reden wie wichtig Tierbefreiung im Alltag ist? Aber, ehrlicherweise, ist meine Ernährung vegetarisch – von einigen als ungenügend betrachtet. Andererseits haben die Anklagen gegen uns keinen direkten Bezug zur Tierbefreiung oder mit dem Versuch das System aufzuhalten, das sich von tierischem Leben enrnährt.

Was könnte ich also sagen oder kommentieren? Käfige, Ketten, Handschellen, systematische Einschliessung, Fichierung der Gefangenen... Gitterstäbe, Gitterstäbe und nochmals Gitterstäbe, Wärter und Überwachung. Aus verschiedenen Gründen und Zwecken hat der Mensch entschlossen andere Menschen und tausende Tiere einzuschliessen und anzuketten, die Zerstümmerlung des wilden Lebens wurde durch Käfige und Abrichtungsversuche konkretisiert.

Die Natur wird der Porduktionskette einverleibt und die Tiere als Ware erhielten einen Wert und füllen enorme Bauten und ein makabres Produktionssystem, das auf den Toten basiert.

Heute rede ich vom Knast aus, als Ausrottung der freien Bewegung, ein kleiner Teil des Lebens, das von tausenden Tieren erfahren wird, basiert auf einem fundamentalen Prinzip der aktuellen sozialen Ordnung: Herrschaft, die totale Negierung des wilden Lebens. Schnappschlösser und Käfige sind an sich Werkzeuge der Einsperrung und ein Mensch oder Tierwesen einschliessen ist etwas, das zerüttet. Es generiert, produziert und reproduziert Macht. Der Kampf des Abfallsammlers ist, teils, selbst auch eine Schlacht gegen Einsperrung und Herrschaft weil ohne sie hat die Tierbefreiung keine Perspektive.

Das historische Gedenken gedenkt aller, die ihr Leben verloren haben, aller vergangenen Erfahrungen um unsere Gegenwart des Kampfes fruchtbarer zu machen, gegen jene, die sagen sie seien unsere Herren.

Heute erinnern wir uns an Barry Horne, einer von denen, die im Gefängnis vor Hunger gestorben sind, in denselben Zellen, in denen das Leben anderer Revolutionäre vor der Unerbittlichkeit der Macht erlosch.

Hat es Raum in diesem Schreiben für die immense Zuneigung einiger Gefährten (Katzen, Hunde und Kaninchen), die meine Existenz begleitet haben? Die Wut vor dem Tod einer alten Katze durch „Unbekannte verbünete der Macht“ (kollaborierende Nachbarn oder perverse Bullen) nach den Hausdurchsuchungen? Auch Zuneigung ist ein revolutionäres Gefühl, und es ist in jedem Genossen. Wie mit jenen, die zum Glück nicht da sind und mit denen, deren Präsenz uns mit Kraft erfüllt.

Der Kampf geht weiter bis sich alle Käfige öffnen werden!!

 

Felipe Guerra, antiautoritärer politischer Gefangener

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