Internationale anarchistische Buchmesse

Veröffentlicht auf von Anarchistische Aktion Zentralschweiz

Samstag und Sonntag den 15./16. Oktober in Brüssel, Belgienhttp://subversive.noblogs.org/files/2011/08/affiche-small.jpg

 

Einladung

 

Von Unzufriedenheit

Das Trugbild des sozialen Friedens, das jahrzehntelang in den Ländern Europas geherrscht  ha t, liegt  heute an einigen Orten schlichtweg in Scherben, während es an anderen Orten allmählich seine ersten Risse aufzuweisen beginnt. In all diesen Jahren haben sich Revolutionäre und Anti-Autoritäre daran gewöhnt, ihre Kämpfe als einen berechtigten Versuch zu betrachten, den Grabstein der Befriedung aufzubrechen oder Spannungen, die hier und dort zu Tage kommen, zu vertiefen. Die momentanen Veränderungen scheinen jedoch Türen zu weitergehenden Möglichkeiten zu öffnen. Während einige Revolten wie jene im November 2005 in Frankreich oder jene im D ezember 2008 und April-Mai 2010 in Griechenland, (ohne dabei kleinere aber trotzdem wichtige Konflikte und diffuse Revolten zu vergessen) den Schatten wie durch Fackeln einer neuen Wut zurückschrecken lassen, werden wir durch die Aufstände an der anderen Seite des Mittelmeeres vor Herausforderungen gestellt, die lange Zeit nicht mehr wirklich  Teil unseres Denkens und Agierens gewesen sind: die Frage des Aufstandes und jene der revolutionären Perspektiven oder um es mit andern Worten auszudrücken; der breiten und tiefgehenden Subversion der sozialen Verhältnisse. In einer stürmischen sozialen Situation liegt die Herausforderung nämlich gewiss nicht nur im Schüren der Flammen, sondern vielmehr im Wissen, wie dazu beigetragen werden kann, dem Feuer die Wärme der Freiheit zu verleihen. Angesichts dieser sich verändernden sozialen Situationen, die uns sowohl mit neuen als auch anderen als uns bisher bekannten Hindernissen konfrontieren, denken wir, dass es von besonderer Wichtigkeit ist, unsere Köpfe nach neuen Wegen zu durchforschen, die Modelle hinter uns zu lassen und über unsere Möglichkeiten nachzudenken, die der Entfachung des sozialen Sturmes als Ermutigung und Beitrag dienen können. Denn durch den Mangel an revolutionären Perspektiven, auf kleiner sowie grosser Skala, laufen wir schnell Gefahr, auf einem Abstellgleis zu landen, wo uns vor allem Stillstand erwartet.

 

…hin zu einer Gelegenheit

Wir denken, dass sowohl praktische Erfahrung als auch Zeit und Raum nötig sind, um erneut zur Entwicklung revolutionärer Perspektiven zu gelangen. Obwohl keine einzige Situation exakt einer anderen entspricht, erscheint uns die Grundlage, die Anarchisten und Anti-Autoritäre über alle Grenzen hinweg teilen, mehr als genügend, um eine Diskussion zu ermöglichen und eine Anzahl neuer Wege zu erforschen. Darum wollen wir von dieser internationalen anarchistischen Buchmesse eine der hoffentlich vielen Gelegenheiten kreieren, um uns Themen zuzuwenden, die uns nicht nur nahe am Herzen liegen aber darüber hinaus auch schon allzu lange Zeit unter den Teppich gekehrt wurden. Unserer Meinung nach, kann die relative Leere, erzeugt durch die aussichtslose und langweilige Wiederholung von aktivistischen/militanten Schemen, die Ideologisierung gewisser Methoden oder Ansatzpunkte und das wachsende Unvermögen, in immer labiler erscheinenden sozialen Situationen, das Feuer an die Lunte zu legen, überwunden werden, wenn wir uns erneut auf das Gebiet der revolutionären Hypothesen begeben. Mit dieser internationalen Buchrmesse wollen wir somit Platz für Diskussionen und informelle Begegnungen unter Anarchisten und Anti-Autoritären kreieren, die durch ihre Praxis und Ideen, ihre Aktivitäten und Kämpfe und ihre Interventionen und Hypothesen versuchen, diese Leere zu durchbrechen.

 

…und einer Einladung über die Grenzen hinweg

Wie aus diesem kurzen Abriss hoffentlich zu verstehen ist, ist der Ausgangspunkt dieser Zusammenkunft internationalistisch. Zum einen, weil eine gegenseitige Bereicherung über die Grenzen hinaus die Mühe immer Wert sein kann und zum anderen, was uns viel wichtiger scheint, weil uns die Frage der revolutionären Perspektiven, unweigerlich dazu führt, über die lokalen Besonderheiten hinauszugehen.

Wir wollen so viel wie möglich aus dieser Begegnung herausholen und denken, dass geschriebene Beiträge dabei als Unterstützung und Inspiration dienen können. Darum laden wir auch alle Gefährten von Herzen dazu ein, bereits im Vornherein Diskussionsbeiträge zu schreiben und uns zuzuschicken. Diese werden dann im Laufe der kommenden Monaten vor der Buchmesse übersetzt und verbreitet.

 

weitere Infos auf: subversive.noblogs.org

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